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In Bundesratswahlen steckt ein Hauch Oligarchie
Do, 5 Dez 2019 12:00:00 GMT - Bundesratswahlen enthalten ein Element, das wir von Rotary Clubs her kennen: Ein innerer Zirkel ergänzt sich selbst, nach eigenen, festgeschriebenen Regeln. Man nennt das Kooptation. Noch funktioniert dieses Prinzip. Historisch ist es aber überholt. Wählen bedeutet zuallererst auswählen. Das setzt im Minimum zwei Vorschläge voraus. Denn nur dies erlaubt es, sich für und gegen etwas zu entscheiden. In Demokratien setzt man Wählen häufig mit Volkswahlen gleich. Daneben gibt es Wahlen durch Gremien, die ihrerseits vom Volk gewählt wurden. In der Schweiz ist das seit 1848 so. Der Nationalrat ging seither immer aus einer Volkswahl hervor. Beim Ständerat war es lange üblich, dass er von den Kantonsparlamenten bestimmt wurde. Heute ist das nicht mehr der Fall, auch hier wählt das Volk. Der Autor Claude Longchamp zählt zu den erfahrensten und angesehensten Politanalysten der Schweiz. Er war Gründer des Forschungsinstitutes gfs.bern, dessen Direktor er bis zu seiner Pensionierung war.
 
Der Schweiz gehen die Freiwilligen aus. Was ist zu tun?
Do, 5 Dez 2019 09:00:00 GMT - Unser Land ist darauf angewiesen, dass seine Bewohner einander unterstützen. Und dass die brillantesten von ihnen den Staat lenken. Doch solches liegt nicht mehr im Zeitgeist. Lösungsansätze.  Wer die Bedeutung des Milizsystems für die Schweiz ermessen will, muss die politische Kultur des Landes verstehen. Um das 12. Jahrhundert lernten die Menschen in den Talschaften, dass Arbeitsteilung Wohlstand schafft. Es entstanden Talgenossenschaften, innerhalb derer die Gemeinschaftsaufgaben unter den Bürgern verteilt wurden und deren oberste Instanz die Versammlung dieser Bürger war.  Man war solidarisch, wo Not herrschte, erwartete aber, dass niemand ohne Not der Gemeinschaft zur Last fiel.Weil alle mitreden konnten, brauchte es Kompromisse, und weil innere Konflikte das äussere Überleben gefährdet hätten, entwickelte sich eine wegweisende Konfliktbereinigungskultur. Dieses genossenschaftliche Element prägt unsere Fähigkeit zu Kompromissen und unsere Konkordanzkultur bis heute. Weil ...
 
"Ohne staatliche Unterstützung gerät ein armes Kind in Not"
Mi, 4 Dez 2019 14:00:00 GMT - Durchschnittlich mindestens ein Kind in jeder Schweizer Schulklasse ist arm. Das schätzt die Caritas. Eine Zahl, die tendenziell zunimmt, obwohl es dem Bund finanziell gut geht. "Unerträglich", empört sich das Hilfswerk und fordert Massnahmen auf nationaler Ebene. Hinter dem Bild der reichen und wohlhabenden Schweiz steckt eine viel weniger glitzernde Realität: Von den 1,7 Millionen Kindern im Land sind 103'000 von Armut betroffen. Das sind rund 6%. Die Caritas verurteilt die Haltung der Regierung, die "den Kampf gegen die Armut den Kantonen überlässt und ungleiche Chancen schafft". Das Hilfswerk erinnert daran, dass die Schweiz 2015 die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung unterzeichnet und sich verpflichtet hat, die Armut um die Hälfte zu reduzieren. Es fordert das neue Parlament auf, zu handeln. Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz, betont die Notwendigkeit, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, der von Generation zu Generation weitergegeben werde. ...
 
Der Wächter im Orbit
Mi, 4 Dez 2019 12:00:00 GMT - Während wir dank neuer Teleskope immer tiefer ins Weltall blicken können, bauen Forschende der Uni Zürich gemeinsam mit der Nasa Spektroskopie-Systeme, um die Erde vom Weltraum aus zu inspizieren. Perrine Huber von Swissnex San Francisco bekam Einblick in das Projekt.  Michael Schaepman will verstehen, wie sich unser Planet im Zeitalter der globalen Klimakrise verändert und welche Folgen das haben wird. Der Professor für Fernerkundung am Geographischen Institut der Universität Zürich arbeitet zusammen mit anderen Schweizer und US-Forschern an einem neuen Spektrometer, das vom Weltraum aus die Erde überwachen soll. Zwei Tage lang begleitete ich Schaepman und eine Gruppe aus der Schweiz bei einem Besuch im Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa im kalifornischen Pasadena. Mit dem Treffen wurde ein Gemeinschaftsprojekt eingeleitet, das zum Ziel hat, die Biodiversität auf der Erde abzubilden. Swissnex San Francisco, das Schweizerische Innovations- und Kooperationszentrum im ...
 
Wie lässt sich eine jahrhundertealte Uhrenmarke wiederbeleben?
mer, 4 dic 2019 10:00:00 GMT - Uhrenmarken haben nicht immer eine langwierige, ruhige Geschichte. Die 1919 gegründete Milus zum Beispiel wurde 2003 von chinesischen Investoren gekauft und dann klinisch unbrauchbar gemacht. Inzwischen ist die Traditionsmarke wieder lanciert worden, auf neuer Grundlage, die sich von der eigenen Vergangenheit inspirieren lässt. Ein Treffen mit dem neuen Chef, Luc Tissot. "Ich bin sicherlich der erste Schweizer, der eine Uhrenmarke von chinesischen Uhrenindustriellen kauft", sagt Luc Tissot mit einer Brise Humor. Der 82-Jährige, der letzte Nachfolger der Tissot-Dynastie, welche die berühmte Neuenburger Uhrenmarke gleichen Namens gegründet hatte, hat fast nichts von seiner Begeisterung verloren. Seit 2016 ist Luc Tissot der neue Chef des Bieler Uhrenherstellers Milus, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. "Ehemalige Führungskräfte haben einen grossen strategischen Fehler gemacht, als sie sich im prestigeträchtigen Luxussegment positionieren wollten." Luc Tissot, ...
 
Bern ? Brüssel: Es riecht nach Zwischenlösung
Di, 3 Dez 2019 14:57:00 GMT - Der neue Schweizer Nationalrat will gute Beziehungen mit der EU, aber einen besseren Rahmenvertrag. Auch die neue Regierung in Brüssel will gute Beziehungen mit der Schweiz, aber erstmal abwarten, was die Eidgenossen im Mai zur Personenfreizügigkeit sagen. Deblockiert ist vorerst nichts, aber auch noch nichts verloren. Eine Analyse.   Nach der kleinen Parlamentskammer sagte am Dienstag auch die neue grosse Kammer (Nationalrat) Ja zu einem zweiten Schweizer Beitrag von 1,3 Milliarden Franken an EU-Staaten in Süd- und Osteuropa. Die Auszahlung wird an die Bedingung geknüpft, dass die EU keine diskriminierenden Massnahmen gegenüber der Schweiz ergreift. Gemeint ist damit, dass die EU der Schweizer Börse den Zugang zu den europäischen Finanzmärkten verweigert.  Mit dem sogenannten Kohäsionsbeitrag sollen in diesen Ländern wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten ausgeglichen werden und Massnahmen im Bereich Migration mitfinanziert werden. Das ist nicht nur ein Akt der ...
 
Wie die Schweiz ihr Geld ausgibt ? und wo es herkommt
Di, 3 Dez 2019 13:00:00 GMT - Die Schweiz plant auch im nächsten Jahr wieder mit mehr Einnahmen als Ausgaben. Wo viel Geld ist, bleibt wenig zu streiten. Aber immer noch genug. Das Parlament berät in der ersten Woche der laufenden Wintersession dieses Budget fürs nächste Jahr. Es sieht bei Ausgaben von gut 75,2 Milliarden Franken einen Überschuss von 435 Millionen Franken vor. Wo kommt das Geld her? Zwei Drittel des Schweizer Haushalts werden nächstes Jahr durch Einnahmen aus der Mehrwertsteuer und der direkten Bundessteuer abgedeckt. Bei der direkten Bundessteuer kommt mehr als die Hälfte der 24 Milliarden von Unternehmen und nur 45 Prozent von natürlichen Personen, vor allem von Gutverdienenden.   Weitere Einnahmen kommen durch Steuern auf Treibstoffe (4,5 Mia. Franken), Tabak (2 Mia. Fr.) und Finanztransaktionen, den sogenannten Stempelabgaben (2,2 Mia. Franken) zustande. Die übrigen Fiskaleinnahmen (7 Milliarden) setzen sich aus Verkehrsabgaben und Lenkungsabgaben wie der CO2-Abgabe zusammen. Unter ...
 
Schweizer Ex-Minister und ihre umstrittenen Jobs
Di, 3 Dez 2019 10:00:00 GMT - Was machen die Bundesrätinnen und -räte nach ihrem Ausscheiden aus der Schweizer Regierung? Müssen sie besser auf den Schritt zurück in ein "normales" Leben vorbereitet werden? Die Nominierung von Doris Leuthard, der ehemaligen Verkehrs- und Infrastrukturministerin, zur Verwaltungsrätin des Schweizer Bahnherstellers Stadler Rail wurde stark kritisiert und hat eine alte Debatte wieder aufflammen lassen. Die Schweiz müsse gesetzgeberisch tätig werden, fordert die NGO Transparency International.  Ehemalige Schweizer Ministerinnen und Minister, die in Pantoffeln daheim vor dem Kaminfeuer sitzen: Dies ist eine komplett falsche Vorstellung davon, wie das Leben von Ex-Bundesräten aussieht. Das Gegenteil ist der Fall: Sie wechseln meist unmittelbar in die Privatwirtschaft, wo sie einen mehr oder minder hohen Posten bekleiden. Genau dies wird aber kritisiert, weil daraus mögliche Interessenkonflikte resultieren können.  Für die jüngste Kontroverse sorgt Doris Leuthard: Die ehemalige ...
 
Weshalb ist das internationale Genf so wichtig für die Schweiz?
Mo, 2 Dez 2019 15:00:00 GMT - "Grösstes multilaterales Zentrum der Welt", "Hauptstadt des Friedens", "Hauptzentrale der Globalen Gouvernanz": Wenn es darum geht, die Dichte an internationalen Organisationen und Akteuren auf zwei Quadratkilometern in der Stadt Genf zu beschreiben, bedienen sich Schweizer Beamte gerne der Superlative. Aber was genau ist das internationale Genf und warum ist es für die Schweiz so wichtig? Was ist das internationale Genf? Die Rolle Genfs als Gastgeberin für die Länder und Institutionen dieser Welt geht auf die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im Jahr 1863 zurück. Die humanitäre Tradition und die Neutralität der Schweiz machten das Land später zu einer naheliegenden Wahl für den Sitz den Vorläufer der Vereinten Nationen (UNO), den Völkerbund und für die internationale Arbeitsorganisation (ILO), deren Niederlassung 1919 die Geburt des internationalen Genfs bedeutete. Heute beherbergt die Stadt den europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen (UNOG), ...
 
Europas erstes Zentrum für Business und Menschenrechte in Genf
Mo, 2 Dez 2019 13:00:00 GMT - ??? Die Universität Genf hat sich zum Ziel gesetzt, die "Hauptstadt des Friedens" zu einer Drehscheibe für verantwortungsbewusste Geschäftspraktiken zu machen und finanziert das erste Zentrum für Menschenrechte an einer Business School in Europa. Die Direktorin des Zentrums spricht mit swissinfo.ch darüber, wieso sie glaubt, dass Profite und Prinzipien nebeneinander existieren können, und was es braucht, um Unternehmen im Zaum zu halten. Auch wenn Genf besser bekannt ist für Friedensgespräche und diplomatische Verhandlungen als für grosse Geschäftsabschlüsse ist die Stadt kein Leichtgewicht in Sachen Industrie. Der Kanton Genf ist nicht nur der Geburtsort der Schweizer Uhrmacherei, sondern beherbergt auch Hunderte von multinationalen Konzernen, darunter Rohstoffhändler wie Trafigura und Vitol sowie Konsumgüterriesen wie Procter & Gamble. Diese Mischung macht Genf zum "naheliegenden Ort für ein Zentrum für Wirtschaft und Menschenrechte", erklärte Mike Posner von der New York ...
 
Eine entscheidende Konferenz für die Zukunft unseres Planeten
Mo, 2 Dez 2019 07:00:00 GMT - Die 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 25) muss laut der Schweizer Regierung griffige Massnahmen für eine wirksame Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beschliessen. Die Schweiz will ihre CO2-Nettoemissionen bis zum Jahr 2050 auf Null reduzieren. Die Forderungen von NGOs gehen noch weiter. swissinfo.ch mit den wichtigsten Fragen zum Klimagipfel. Die Erwartungen sind hoch, aber wenn man die Vorgeschichte der Konferenz anschaut, ist es schwierig, konkrete Resultate vorherzusehen. Die internationale Konferenz findet vom 2. bis 13. Dezember in der spanischen Hauptstadt Madrid statt. Zuerst war eine Durchführung der Veranstaltung in Brasilien vorgesehen, dann einigte man sich auf Chile. Doch angesichts der Proteste im Andenstaat wurde der Veranstaltungsort nochmals geändert. Zur Auswahl standen Costa Rica, Deutschland (Bonn), die USA (New York) und auch die Schweiz (Genf). Doch am Ende, nur einen Monat vor Beginn der Konferenz, einigte man sich auf Madrid. Warum ist ...
 
Revolutionäre Methode zur Speicherung erneuerbarer Energie
So, 1 Dez 2019 10:00:00 GMT - Die Idee scheint trivial, doch man muss darauf kommen: Betonblöcke am Seil per Kran hochziehen, mit erneuerbarer Energie, und dann bei Bedarf wieder herunterlassen, um Strom zu erzeugen. Das Tessiner Startup Energy Vault hat sich diese revolutionäre Weise der Energiespeicherung ausgedacht. Investoren und Kunden aus der ganzen Welt interessieren sich für die Technik. Erneuerbare Energien sind gut und recht. Doch was machen wir, wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind bläst? Das Startup-Unternehmen Energy Vault scheint eine Antwort auf eine der zentralen Fragen gefunden zu haben, die von Skeptikern erneuerbarer Energien immer wieder gestellt werden. Wegen fehlender Speichertechnik sind sie der Ansicht, dass sich auf Nuklearenergie und fossile Energieträger nicht verzichten lässt. Die Frage der Speicherung ist die "Achillesverse" der erneuerbaren Energieformen. Solar- und Windenergie spielen in den Energiestrategien von immer mehr Ländern eine bedeutende Rolle. Mit diesen ...
 
Wie René Gardi das Schweizer Bild von Afrika prägte
Sa, 30 Nov 2019 10:00:00 GMT - Mit "African Mirror" blickt Regisseur Mischa Hedinger auf die Karriere des Fotografen und Filmemachers René Gardi im kolonisierten Kamerun in den 1950er-Jahren zurück. Hedingers Dokumentarfilm zeigt, dass Gardis paternalistischer, zum Teil rassistischer Ansatz mehr über die Schweiz zu der Zeit aussagt als über Afrika, über das der Berner damals phantasierte. "Ich habe es immer vermieden, mit meinen Bildern einen voreingenommenen Blick auf die Realität zu vermitteln." René Gardi hat nie an der dokumentarischen Dimension seines Werkes gezweifelt, wie er 1985 gegen Ende seines Lebens in einem Brief an ein kalifornisches Zentrum für Afrikastudien erklärte. Ein Glaubensbekenntnis, das der junge Regisseur Mischa Hedinger, ebenfalls aus Bern, mit seinem Dokumentarfilm "African Mirror" dekonstruiert, der derzeit in der deutschsprachigen Schweiz und im nächsten Frühjahr in der französischsprachigen Schweiz zu sehen ist.  Aber warum soll man diese Persönlichkeit aus der Vergessenheit ...
 
Diesen Effekt hat der Klimawandel auf die Schweiz
Sa, 30 Nov 2019 09:00:00 GMT - Der Klimawandel zeigt immer mehr Auswirkungen. Wie stark wird er die Schweiz treffen? Machen Sie eine Reise in die Zukunft und erfahren Sie, wie es zukünftig in der Schweiz aussehen könnte. ???????
 
10 Jahre Minarett-Verbot: Rückblick auf eine hart umkämpfte Debatte
Fr, 29 Nov 2019 13:00:00 GMT - Keine neuen Minarette: Heute vor 10 Jahren befürwortete eine Mehrheit der Schweizer Wählerinnen und Wähler und aller Kantone eine Volksinitiative, die den Bau weiterer Minarette in der Schweiz verbot. Wir blicken zurück auf eine heftige Debatte und was sich seither verändert hat.  Die Volksinitiative wurde von 57,5% der Schweizer Stimmberechtigten angenommen, obwohl sie von den meisten Politikern sowie von Kirchen und islamischen Organisationen innerhalb und außerhalb der Schweiz abgelehnt wurde.  Nur die rechts-konservative Schweizerische Volkspartei (SVP) und die christliche, nationalkonservative Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) unterstützten den Vorschlag. Für sie symbolisierte das Minarett den religiös-politischen Machtanspruch des Islams. Mit dem Ja zum Verbot landeten die Initianten eine Politsensation, die niemand vorausgesehen hatte. Heute, zehn Jahre nach der Befürwortung dieser Initiative, wächst die Zahl der Muslime in der Schweiz weiter, und der Bau von ...
 
In Schweizer Städten weht ein Hauch von Anarchie
Fr, 29 Nov 2019 11:40:00 GMT - Unter dem Slogan "Wir sind der Verkehr" fahren in rund zehn Schweizer Gemeinden jeweils am letzten Freitag im Monat Gruppen von Velofahrern ziellos durch die nächtliche Stadt. Sie sind Teil der globalen Bewegung "Critical Mass".  Immer am letzten Freitag im Monat treffen sich Radfahrerinnen und Radfahrer in der Zürcher Innenstadt. Aufgrund des niederschwelligen Ansatzes beteiligen sich bei dieser gemeinsamen Ausfahrt Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Absichten. Neben vielen Alltagsvelofahrenden und Sportbike-Nutzenden, fahren auch Leute mit kreativen Gefährten mit. Bei der letzten Ausgabe Ende Oktober waren gemäss Schätzungen erstmals rund tausend Menschen auf Velos unterwegs. Sie sind Teil der "Critical Mass", einer Bewegung die weltweit in über 300 Städten existiert. Ziel ist, dass die "kritische Masse" aller Teilnehmenden so gross ist, dass sie den einzelnen Radfahrenden inmitten des motorisierten Verkehrs gleichzeitig Freiheit und Schutz bietet. Der ...
 
"Ein 52-Prozent-Entscheid ist kein endgültiger Sieg"
Fr, 29 Nov 2019 10:00:00 GMT - Drei Jahre nach dem Votum für einen Austritt aus der EU ist Grossbritannien noch immer gespalten in Bezug auf den Brexit. Würde ein zweites Referendum die Risse heilen oder die Kluft im Volk weiter vergrössern? Lehren könnten aus der Schweizer Politik gezogen werden, denken Experten. Grossbritannien steuert auf die Parlamentswahlen am 12. Dezember zu, und eine zweite Brexit-Abstimmung ist nicht ausgeschlossen. Premierminister Boris Johnson möchte ein erneutes Referendum zwar nicht, doch wenn er keine klare Mehrheit erreicht und das Parlament in die Schwebe gerät, wird er vielleicht keine Wahl haben.  Die Labour-Partei hat bekanntgegeben, dass sie definitiv ein zweites Referendum zum Brexit geben wird, sollte sie an die Macht gelangen. Und im Volk sind laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage 47 Prozent dafür, erneut über einen Austritt aus der Europäischen Union zu befinden. 29 Prozent sind dagegen. Was würde eine weitere Brexit-Abstimmung für den demokratischen Prozess bedeuten?
 
Wie lebt eine Beraterin mit netto 8195 Franken?
Fr, 29 Nov 2019 08:00:00 GMT - In losen Abständen lassen wir Menschen in der Schweiz eine Woche lang Tagebuch führen über ihre Ausgaben. Damit wollen wir unseren Lesern und Leserinnen im Ausland eine Vorstellung von Löhnen, Ausgaben und Lebenshaltungskosten in der Schweiz geben. Heute: Eine Beraterin mit netto 8195 Franken. Monatseinkommen netto Als Beraterin mit einem Masterabschluss in Betriebswirtschaft bei einem Pensum von 90% rund 8195 CHF. Im Lohn enthalten sind 50 CHF Spesen für das Handy-Abonnement. Zusätzlich finanziert die Firma Halbtax-Abo für die öffentlichen Verkehrsmittel. Montag Ich bin bei einem Dienstleister angestellt. Wir sind eine kleine Firma mit zwölf Mitarbeitern und arbeiten für verschiedene Unternehmen als externe Mitarbeiter. Montags treffen wir uns immer in unserem Büro zur internen Abstimmung über Kunden, Rekrutierung und interne Projekte. Diese Woche darf ich am Mittag aus einer Weiterbildung berichten und anschliessend gibt es Risotto mit selbst gesammelten Pilzen einer ...
 
Wie wichtig sind Hochschul-Rankings?
Do, 28 Nov 2019 15:00:00 GMT - Schweizer Schulen schneiden in internationalen Hochschulrankings oft gut ab. Aber wie werden diese Ergebnisse von den Institutionen selbst interpretiert und warum unterscheiden sie sich so stark?   Während die einen argumentieren, dass Hochschulrankings dazu beitragen, die Qualität in einem zunehmend globalen, wettbewerbsorientierten und vielfältigen Umfeld zu bewerten. Sagen andere, dass solche Ranglisten Universitäten dazu bringen, sich nur auf das Abschneiden im Ranking zu konzentrieren: Ranking-freundliche Forschung anstatt Lehr- und Sozialverantwortung. Kritiker haben auch auf Rankings verwiesen, die die 200 besten Unis bevorzugen, von denen viele in Europa und Nordamerika liegen.  Die Eidgenössische Technische Hochschule ETH Zürich schneidet von den Schweizer Universitäten immer wieder am besten ab. An zweiter Stelle folgt ihr Pendant in der Westschweiz, die EPFL in Lausanne. Die beiden könnten an der Spitze bald Gesellschaft erhalten: Zwei Forscher der Universität Genf ...
 
Wie lebt eine Kaufmännische Angestellte mit netto 4482 Franken?
Do, 28 Nov 2019 12:00:00 GMT - In losen Abständen lassen wir Menschen in der Schweiz eine Woche lang Tagebuch führen über ihre Ausgaben. Damit wollen wir unseren Lesern und Leserinnen im Ausland eine Vorstellung von Löhnen, Ausgaben und Lebenshaltungskosten in der Schweiz geben. Heute: Eine Kaufmännische Angestellte mit einem monatlichen Netto-Einkommen von 4482.95 Franken bei einem Vollzeitpensum. ???? Kleines Vorwort Im Moment spare ich für eine Kleinwohnform (Tiny House, Zirkuswagen oder ähnliches). In dieser Woche ist mir das Sparen extrem gut gelungen, das ist nicht immer der Fall. Grad jede Woche gelingt es mir nicht, nur so wenige Ausgaben zu haben. Einerseits würde ich mir das wünschen, andererseits soll auch mal "was drin liegen", ins Kino, was Trinken oder gerne auch mal jemanden auf etwas einladen. So lautet mein wichtigster Grundsatz während der Phase des Sparens: bloss nie geizig werden! Sonntag Mit Freunden ins Restaurant. Blöderweise nicht grad um die Ecke, über 100 km ein Weg. Unterwegs ...
 
Was sieht die neue Schweizer Rentenreform vor?
Do, 28 Nov 2019 10:00:00 GMT - Die Finanzierung der Altersvorsorge in der Schweiz ist zunehmend unsicherer geworden. Es braucht dringend eine Reform, doch ein erster Entwurf wurde in einer Volksabstimmung abgelehnt. Jetzt legte die Regierung mit "AHV 21" eine neue Version vor: Diese sieht erneut eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen vor. Worum geht es? Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die den Rentnerinnen und Rentnern, die in der Schweiz leben oder hier gearbeitet haben, ein Existenzminimum garantiert, muss dringend reformiert werden. Die Sozialabgaben und Beiträge der öffentlichen Hand reichen nicht mehr aus, um die Kassen aufzustocken. Eine erste umfassende Reform des Schweizer Altervorsorgesystems scheiterte 2017 in einer Volksabstimmung. Jetzt hat der Bundesrat (Regierung) einen neuen Vorschlag ausgearbeitet: AHV 21. Ziel der Reform ist es, das aktuelle Niveau der Renten zu erhalten und die Finanzierung der AHV zu stabilisieren. Das Projekt muss noch von Parlament und Volk ...
 
Erst die Alpen ? dann die Anden
Mi, 27 Nov 2019 15:00:00 GMT - Auf seiner berühmten Forschungsreise durch Amerika hatte Alexander von Humboldt auch Schweizer Messgeräte im Gepäck - und seine in den Schweizer Alpen gewonnenen Erkenntnisse im Hinterkopf. Das Humboldt-Jahr anlässlich des 250. Geburtstags des Universalgenies neigt sich dem Ende entgegen. Ein Jahr, das auch für den renommierten Berner Humboldt-Forscher Oliver Lubrich ereignis- und erfolgreich war. Der Literaturwissenschaftler hat nicht nur über die Verbindungen Humboldts in die Schweiz geforscht, sondern jüngst auch mit seinem Kollegen Thomas Nehrlich eine viel gelobte Berner Ausgabe mit bisher nicht veröffentlichen Schriften des deutschen Abenteurers und Forschers herausgegeben. Bereits in den 1990er-Jahren als Student fiel Oliver Lubrich während seiner Reisen in Südamerika auf, dass Humboldt dort allerorts mit Denkmälern und als Namensgeber präsent schien.  "Erstaunlicherweise waren seine Werke aber im Buchladen kaum erhältlich", erinnert sich der wie Humboldt in Berlin ...
 
Das Milizsystem, eine Schweizer Spezialität in Schwierigkeiten
Mi, 27 Nov 2019 12:30:00 GMT - Einer der Eckpfeiler der partizipativen Demokratie der Schweiz ist das so genannte Milizsystem. Doch was steckt hinter diesem Begriff, der im Ausland oft nur mit militärischen Tätigkeiten gleichgesetzt wird? Das Prinzip "Der Begriff Milizsystem bezeichnet ein im öffentlichen Leben der Schweiz verbreitetes Organisationsprinzip, das auf der republikanischen Vorstellung beruht, wonach ein jeder dazu befähigter Bürger neben- oder ehrenamtlich öffentliche Ämter und Aufgaben zu übernehmen hat", heisst es im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) dazu. Stark vereinfacht lässt sich sagen, dass der Begriff Miliz im politischen und institutionellen Kontext der Schweiz als das Gegenteil von Professionalität verstanden wird. Es sind die Bürgerinnen und Bürger, die den Staat ausmachen ? einen partizipativen demokratischen Staat, in dem diese nicht nur das aktive und passive Wahlrecht haben, sondern auch die Pflicht, Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu übernehmen. Woher kommt es? Der ...
 
Money Diaries aus der Schweiz
Mi, 27 Nov 2019 09:30:00 GMT - Wie viel verdienen "normale" Schweizer und Schweizerinnen, wie viel Geld geben sie aus und wofür? Money Diaries geben Aufschluss. Der Medianlohn für eine Vollzeitstelle liegt in der Schweiz bei 6'502 Franken brutto pro Monat. Die am schlechtesten bezahlten 10% der Arbeitnehmenden verdienen weniger als 4'313 Franken pro Monat. Im Jahr 2017 betrug das durchschnittliche verfügbare Einkommen der Privathaushalte der Schweiz 6984 Franken pro Monat. Vom Bruttolohn werden automatisch Beiträge für Renten, Unfall- sowie Arbeitslosenversicherung abgezogen. Was danach übrig bleibt, ist der so genannte Nettolohn. Im Unterschied zu anderen Ländern werden in der Schweiz Steuern und Krankenkassenbeiträge nicht automatisch vom Lohn abgezogen. Beim Schweizer Nettolohn sind diese Kosten also noch nicht berücksichtigt. Die Beträge für Steuern und Krankenkasse variieren stark je nach Wohnort. Die Lebenshaltungskosten sind in der Schweiz sehr hoch. Nebst Steuern und Abgaben schlagen in der Schweiz ...
 
Wie lebt eine Spitex-Teamleiterin mit netto 5600 Franken?
Mi, 27 Nov 2019 09:30:00 GMT - In losen Abständen lassen wir Menschen in der Schweiz eine Woche lang Tagebuch führen über ihre Ausgaben. Damit wollen wir unseren Lesern und Leserinnen im Ausland eine Vorstellung von Löhnen, Ausgaben und Lebenshaltungskosten in der Schweiz geben. Heute: Eine Spitex-Teamleiterin mit netto 5600 Franken. Monatseinkommen netto Als dipl. Pflegefachfrau HF und Teamleiterin in einer öffentlichen Spitex, 70%-Anstellung plus Zusatzvertrag im Springerpool (Stundenlohn): Rund 5600.-, abhängig von den Schichtzulagen und den zusätzlich geleisteten Stunden am Springerdienst. Sonntag Meine Freundin ist zum Mittagessen eingeladen und ich begleite sie ? 100 km entfernt von unserem Wohnort. Das realisieren wir leider erst am Vorabend. Umwelttechnisch nicht gerade günstig, aber wir nehmen mein Auto und verbinden den Ausflug dafür noch mit einem spontanen Besuch bei einer anderen Freundin, die zufällig 5 Minuten entfernt vom Restaurant wohnt. Entgegen meiner Gewohnheiten verzichte ich ...
 
"Ihr könnt uns umbringen, aber nicht unsere Geschichten"
Di, 26 Nov 2019 10:44:00 GMT - Mit dem Jubiläum, das am 20. November 2019, in Bern mit internationalen Gästen aus der Medienwelt gefeiert wurde, setzt SWI swissinfo.ch ein Zeichen für den unabhängigen Journalismus und engagiert sich für "Reporter ohne Grenzen Schweiz". "You can kill us, but you can't kill the story" - Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, das Recht auf Informationen ? unabhängiger und unzensierter Journalismus. Die Proklamation ist laut und weltweit.  Caroline Muscats Worte hallen nach und ernten Beifall der rund 130 Gäste. SWI swissinfo.ch feiert sein 20-jähriges Online-Bestehen. In der hochkarätig besetzten Paneldiskussion mit Caroline Muscat von The Shift News (Malta), Galina Timtschenko von meduza.io (Russland) und Daniela Pinheiro, ehemalige Chefredaktorin vom Época Magazine (Brasilien) wird offensichtlich, unter welch massivem Druck sich die Medien teilweise in anderen Ländern befinden.  Die Hetze gegen Journalistinnen ist oft systematisch, Journalisten arbeiten in einem Klima der Angst, ...
 
Die Schweiz, ein Volk von Migranten?
Di, 26 Nov 2019 15:00:00 GMT - Migration gehört zur Schweiz: Die Ausstellung "Homo migrans" im Historischen Museum Bern zeichnet die Bevölkerungsbewegungen nach, die das Territorium der Schweiz und seine Bewohner und Bewohnerinnen über Jahrtausende hinweg geprägt haben. Sie gibt auch Auslandschweizern eine Stimme. Wie viel Migration steckt in mir? Die Ausstellung "Homo migrans. Zwei Millionen Jahre unterwegs" im Historischen Museum Bern beginnt mit dieser einfachen Frage. Oder vielleicht doch nicht ganz so einfach, wie ein Rundgang durch zwei Millionen Jahre Bevölkerungsbewegungen zeigt, die ihren Anfang in Afrika nehmen und schliesslich bis auf das Territorium führen, das wir heute "Schweiz" nennen. Die Ausstellung "Homo migrans" ist noch bis am 28. Juni 2020 im Historischen Museum in Bern zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr. Besucher und Besucherinnen können die Spuren der ersten Menschen verfolgen, die sich gegen 15'000 v. Chr. in der Region niederliessen und eintauchen ...
 
So retten die Jungen das Milizsystem
Di, 26 Nov 2019 11:00:00 GMT - "Meine Abwesenheit während des WKs (Wiedeholungskurs in der Schweizer Armee) wird von den Arbeitgebern ja auch akzeptiert!", entrüstet sich ein Jungpolitiker. Folglich sollen Arbeitgeber auch gegenüber Jungen, die auf freiwilliger Basis ein Milizamt übernehmen, Flexibilität an den Tag legen und deren ausserberufliches Engagement mehr würdigen, fordert er. Wie kann das akute Nachwuchsproblem im Schweizer Milizsystem gelöst werden? Rund 50 Jungpolitikerinnen und Jugendparlamentarier haben an der diesjährigen Soirée Politique des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente DSJ in Bern analysiert und diskutiert. Als Resultat legen sie sieben Lösungsvorschläge auf den Tisch. Im Schweizer Milizwesen fehlt es an Nachwuchs ? und zwar gewaltig! Gerade einmal acht Prozent der Mitglieder der Gemeinderäte, das sind die Exekutiven auf kommunaler Ebene, sind unter 40 Jahre alt. Zur Einordnung: In der Schweiz sind auf kommunaler Ebene insgesamt rund 100'000 Personen in einem politischen Amt ...
 
Als die Schweiz ihrer Armee den Boden unter den Füssen wegzog
Di, 26 Nov 2019 09:00:00 GMT - Vor 30 Jahren stimmten die Schweizer über die Abschaffung der Armee ab. Die überraschend hohe Zustimmung hat Reformen angetrieben. Hat die Abstimmung auch den Kalten Krieg aus den Köpfen vertrieben? Ein Rückblick mit den Protagonisten aus jener Zeit. Drei Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer befand die Schweizer Stimmbevölkerung vor 30 Jahren über die Abschaffung der Armee. Hinter der Volksinitiative stand die Gruppe Schweiz ohne Armee, kurz GSoA, die sich 1982 gegründet hatte. Zum Erstaunen aller stimmten am 26. November 1989 35,6 Prozent für ihren Plan, die Armee abzuschaffen ? mehr als eine Million Schweizerinnen und Schweizer. Ginge es gar nur nach den Kantonen Genf und Jura, wäre die Schweiz seit 30 Jahren ein Land ohne Armee. Am Anfang standen die Aktivisten "Nein, dieses Resultat habe ich nicht erwartet", blickt der Rentner Oliver Krieg zurück. Krieg gehörte dem Initiativkomitee an, das mit 100 Leuten rekordverdächtig gross war. "Tankwart" stand dort als sein Beruf.
 
Das Schweizer Parlament rutscht deutlich nach links
Mo, 25 Nov 2019 15:30:00 GMT - Die endgültige Zusammensetzung der beiden Kammern des Schweizer Parlaments ist nun bekannt. Bereits in der Wintersession könnte dieses jüngere, weiblichere und linkere Parlament Bewegung in einige Dossiers bringen. Jetzt ist endlich klar, wie das Schweizer Parlament in der nächsten Legislatur aussieht: Die Kantone Basel-Landschaft, Aargau und Schwyz haben gestern als Letzte ihre Vertreter für den Ständerat (kleine Parlamentskammer) gewählt. Einige Überraschungen gab es beim zweiten Wahlgang im Kanton Tessin und im Kanton Freiburg: Die Sozialdemokratin Marina Carobbio hat dem Bisherigen, Filippo Lombardi (Christlichdemokratische Volkspartei, CVP), den Sitz abgejagt. Ebenso schnappte sich die Freisinnige Johanna Gapany den Sitz von Beat Vonlanthen (CVP). Noch nie gab es so viele Frauen im Ständerat: 12 Frauen wurden in die kleine Parlamentskammer gewählt, wobei sie immer noch lediglich 26% des Ständerates ausmachen. Im Nationalrat (grosse Parlamentskammer) hingegen können sich ...
 
"SWI swissinfo.ch ist heute einer der grossen Namen in der internationalen Information"
Mo, 25 Nov 2019 14:32:00 GMT - SWI swissinfo.ch feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Aber eigentlich begann alles 1935. SRG-Generaldirektor Gilles Marchand mit seinem Blick auf zwei Jahrzehnte Internationaler Dienst und Auslandschweizer-Plattform der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR). 1935 strahlt der Schweizer Kurzwellendienst bereits weltweit das Programm der Schweizer Radios aus. Und die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die über alle Kontinente verstreut leben, schätzen den Kontakt zu ihrer Heimat und ihren Wurzeln, der durch die Rundfunkübertragungen aus der Schweiz möglich ist. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs entstehen die internationalen Schweizer Radioprogramme auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Programme, die dank ihrer Ausgewogenheit und ihrer Professionalität überall geschätzt sind. Der Begriff «mediale Neutralität» mag in Zusammenhang mit den Kurzwellen entstanden sein ? jedenfalls wird die Schweiz damit in Verbindung gebracht, was sehr positiv ist. ...
 
Die Schweiz erlebt die dritte grosse Disruption
Do, 7 Nov 2019 10:30:00 GMT - Das neue Schweizer Parlament ist bestimmt ? durchgepflügt wie noch nie. Am Wochenende haben auch die letzten drei Kantone ihre Ständeräte gewählt. Zeit für eine abschliessende Einordnung. Die Wahlen 2019 waren anders. Um das zu verstehen, müssen wir anschauen, was in den letzten drei Jahrzehnten in der Schweiz geschah. Seit den 1990er-Jahren zeigten alle Wahlen in der Schweiz eine zunehmende Polarisierung: Die Polparteien SVP, SP und Grüne legten jeweils zu. Die Mitteparteien verloren.  So entwickelten sich die äusseren Ränder der Parteienlandschaft nachhaltig auseinander. Diesmal aber verloren sowohl SVP auf der rechten Seite wie auch die SP auf der linken. Leicht rechts der Mitte liess auch die FDP Federn. Einzig die die Mittepartei CVP kam mit leicht weniger Stimmen davon. An Wählerstärke eingebüsst haben damit alle Regierungsparteien. Deutlich zugelegt haben dagegen mit den Grünen und den Grünliberalen zwei Nicht-Regierungsparteien. Regierungsparteien in der Sackgasse ...
 
Neue Chefin ? neue Chance?
Mo, 25 Nov 2019 07:15:00 GMT - Wächst mit der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Chance, dass Bern und Brüssel endlich das Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU besiegeln? Beobachter sind skeptisch. Nach einigen Verzögerungen steht nun von der Leyens Personal für ihre Kommission: Am 1. Dezember kann die Deutsche damit aller Voraussicht nach ihr Amt antreten. In der Schweiz fragt man sich, in welche Richtung sich offene Konfliktfelder unter der Nachfolgerin von Jean-Claude Juncker bewegen werden. Viel war über die 61-Jährige seit ihrer Wahl durch das EU-Parlament am 17. Juli 2019 zu lesen. Handfestes zum Thema Schweiz befand sich nicht darunter. Der kleine Nachbar hatte in von der Leyens bisheriger politischer Karriere als Familien-, Arbeits- und Verteidigungsministerin in Berlin kaum eine Rolle gespielt.  Nun muss sie sich in Brüssel neben dem Schweiz-Dossier in viele neue Themenfelder einarbeiten. Am Ende ist kaum zu erwarten, dass sich die neue Kommissionspräsidentin gross von ...
 
Homosexuelle im Kosovo: Kamera gibt ihnen eine Stimme
So, 24 Nov 2019 10:00:00 GMT - Im Kosovo sind Homosexuelle oft dazu verurteilt, ihre sexuelle Identität zu verstecken. Ihr Leben ist aber auch in der albanischen Diaspora in der Schweiz schwierig. Der kosovarisch-schweizerische Fotograf Pierre-Kastriot Jashari wollte ihnen eine Stimme geben. "In meinem Volk hat es Homosexualität nie gegeben." Diese Worte eines Imams im Kosovo, der offen erklärt, homophob zu sein, werden durch die Rhythmen der elektronischen Musik verwischt, zu denen sich die LGBTIQ-Gemeinschaft in Pristina endlich, ausdrücken kann, sicher vor unerwünschten Blicken, wenn auch an geheim gehaltenen Orten. In Fotos und Videos fasst das Projekt von Pierre-Kastriot Jashari, einem Schweizer Fotografen albanischer Herkunft, zusammen, wie unmöglich es für sexuelle Minderheiten im Kosovo ist, frei zu leben. Auch wenn es in der Hauptstadt Pristina heute eine Pride-Parade gibt, und ein Teil der Bevölkerung offen ist für Vielfalt, bleibt der kulturelle Würgegriff hart. Für seine Porträtserie Bonu Burrë!
 
Jüdischer Friedhof im Niemandsland
Sa, 23 Nov 2019 10:00:00 GMT - In einem abgelegenen Waldstück liegt der grösste und gleichzeitig auch älteste jüdische Friedhof der Schweiz. Wie kam es, dass der Friedhof im Niemandsland zwischen den Gemeinden Endingen und Lengnau im Kanton Aargau zu liegen kam? Im Jahre 1646 beschloss die damalige Regierung der Eidgenossenschaft, alle Juden aus der Schweiz auszuweisen. Weil aber kein Land sie aufnehmen wollte, liess man sie schliesslich in der Grafschaft Baden bleiben. Dieses Gebiet war Untertanenland aller Eidgenossen. Der Landvogt von Baden war nicht abgeneigt, da er von den Juden hohe Schutzgelder und Abgaben kassieren konnte. In der Stadt Baden wollte man die Juden auch nicht haben. Die jüdischen Familien zogen daher ins Surbtal, in die Gemeinden Lengnau und Endingen, nicht weit von der Stadt Baden. Die Stadtnähe war für die Juden wichtig, weil sie nur als Hausierer und Händler arbeiten durften. So konnten sie ihre bescheidenen Geschäfte betreiben. Jahrzehntelang durften sie nur hier wohnen. Die Juden ...
 
Unruhen in Hongkong bereiten Schweizer Uhrenindustrie Kopfschmerzen
Fr, 22 Nov 2019 14:00:00 GMT - Im Oktober hat Hongkong seinen traditionellen Status als führende Destination für Schweizer Uhrenexporte verloren. Chinesische Touristen meiden derzeit die ehemalige britische Kolonie, die sich im Griff von gewalttätigen Demonstrationen und politischer Instabilität befindet. Dies drückt stark auf die Verkäufe von Schweizer Uhren, die um über 50% einbrachen. Weltweit gesehen haben die Exporte von Schweizer Uhren im Oktober um 1,5% auf zwei Milliarden Franken zugenommen. Dies geht aus den neusten Zahlen der Schweizer Uhrenindustrie hervor. Der weltweite Anstieg wurde jedoch durch einen massiven Einbruch in Hongkong gebremst. Wegen der pro-demokratischen Demonstrationen in der südostasiatischen Metropole brachen die Exporte im Vergleich zum Oktober 2018 um fast 30% ein. Hongkong, das seit über einem Jahrzehnt den ersten Platz in der Rangliste belegte, rutschte nun ab auf den dritten Platz der wichtigsten Importeure von Schweizer Uhren in der Welt, hinter die USA und China. Über ...
 
Ignoranz als Staatsschutz?
Fr, 22 Nov 2019 12:00:00 GMT - Vor genau 30 Jahren geriet die Schweiz in eine der schwersten institutionellen und politischen Krisen ihrer Geschichte. Der so genannte "Fichenskandal" explodierte. Es war der 1. August 1990, der 699. Geburtstag der Eidgenossenschaft. An diesem Tag erhielt Max Frisch ein 13-seitiges Dokument mit einer Aufstellung aller öffentlichen und privaten Ereignisse in seinem Leben, welche von der politischen Polizei erfasst worden waren. Der Schriftsteller und Dramatiker Frisch (1911-1991), der auch als Anwärter für den Literatur-Nobelpreis gehandelt worden war, hatte kurz zuvor Zugang zu seiner ?Staatsschutzfiche? gehabt, welche Hunderte von Spionagehandlungen zusammenfasste, denen er im Laufe der Jahre ausgesetzt war. Die Erfassung beinhaltete mehr als 40 Jahre Auslandreisen, Reden, Teilnahmen an politischen Kundgebungen und Debatten sowie Meinungsaustausch aller Art. Das gesamte Material war mit einer gewissen Oberflächlichkeit gesammelt und zusammengestellt worden, ohne eine echte ...
 
"Wir können nicht Staaten öffentlich anprangern"
Fr, 22 Nov 2019 10:00:00 GMT - Liliane Maury Pasquier vertritt seit über einem Jahrzehnt die Schweiz im Europarat. Die Organisation, die ihr 70-Jahr-Jubiläum feiert, setze auf Zusammenarbeit und nicht auf Sanktionen, sagt Maury Pasquier im Interview. swissinfo.ch: Was genau tut eigentlich der Europarat? Liliane Maury Pasquier: Der Europarat wird oft mit der Europäischen Union verwechselt. Sogar Leute, die wissen, was ich tue, sagen immer wieder zu mir: "Oh, Du gehst wieder nach Brüssel?" Der Europarat ist eine Organisation mit Sitz in Strassburg, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde, um ähnliche Katastrophen in Zukunft zu verhindern. 47 Staaten sind Mitglied. Es sind sämtliche Staaten Europas mit Ausnahme Weissrusslands ? das Land hält als einziges in Europa an der Todesstrafe fest. Man kennt den Europarat vor allem wegen seiner Organe, allen voran dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der über die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention wacht. Er ermöglicht es jedem ...
 
"Herr Putin ist ein Freund der Schweiz"
Fr, 22 Nov 2019 09:00:00 GMT - Bundespräsident Ueli Maurer hat in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Neben direkten Kontakten von Schweizer Grosskonzernen zum Kremlchef sei auch eine Anlaufstelle für Schweizer kleine und mittelgrosse Unternehmen diskutiert worden, sagt Maurer im Interview mit SRF News. SRF News: Die Schweiz möchte den Zugang für Grosskonzerne in Russland vereinfachen. Was sagte Putin zu diesem wirtschaftspolitischen Aspekt? Ueli Maurer: Putin ist sehr interessiert am Know-how und an Arbeitsplätzen von Schweizer Unternehmen. Zu Sprache kam die Möglichkeit, dass er selbst die CEOs der Schweizer Multis einlädt und sich mit diesen austauscht. Ich denke, das würde einige von ihnen motivieren, sich noch stärker zu engagieren. Zum anderen diskutierten wir über eine mögliche Anlaufstelle für Schweizer kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU), die deren Einstieg in einem völlig fremden Markt erleichtern könnte. SRF News: Putin will sich also ...
 
Verspätete Auslandschweizer: Lombardis Abwahl soll untersucht werden
Do, 21 Nov 2019 13:00:00 GMT - Filippo Lombardi wäre nicht abgewählt worden, hätten alle Wahlberechtigten im Ausland ihre Unterlagen rechtzeitig erhalten. Dieser Verdacht besteht, fehlten ihm doch lediglich 45 Stimmen. Ein Tessiner Anwalt strebt nun eine Untersuchung an. Der Fall könnte auch für die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer bedeutend werden. Die langen Versandzeiten von Wahlunterlagen, die vielen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern quasi das Wahlrecht verunmöglichen, sorgen im Kanton Tessin für einen Sturm der Entrüstung. Die Kantonsregierung hat die Gemeinden angewiesen, alle Umschläge mit Wahlzetteln aufzubewahren, die aus dem Ausland erst nach dem Tag des zweiten Wahlgangs für den Ständerat vom 17. November eingegangen sind. Das könnte der Auftakt zu einem Rekurs sein. Mit dieser Massnahme, die am Mittwoch den Tessiner Medien bekanntgegeben wurde, kam die kantonale Exekutive einer Anfrage nach, die der Präsident der kantonalen Anwaltskammer (OATI), Gianluca Padlina, am Vortag ...
 
Wie die Schweiz mit Jugoslawien ins Geschäft kam
Do, 21 Nov 2019 10:00:00 GMT - Vor 50 Jahren besuchte erstmals ein Bundesrat das sozialistische Jugoslawien. Die Beziehungen sollten sich bis zum Ende des Kalten Krieges in ungeahnter Weise intensivieren.  Der "Warenaustausch wächst in beiden Richtungen", jährlich besuchten über 120 000 Schweizer Feriengäste Jugoslawien und den 15 000 in der Schweiz lebenden Gastarbeitern gehe es weitaus besser als ihren Landsleuten in anderen europäischen Emigrationsländern.  Dies war das Briefing, das Hans Keller, der Schweizer Botschafter in Belgrad, vor 50 Jahren seinem Aussenminister in Bern übermittelte. Autor Thomas Bürgisser ist Historiker bei der Forschungsstelle Diplomatische Dokumente der Schweiz und Experte für die schweizerisch-jugoslawischen Beziehungen. Sein Buch "Wahlverwandtschaft zweier Sonderfälle im Kalten Krieg" (2017) kann unter www.dodis.ch/q8 gratis heruntergeladen werden. Die zitierten Dokumente sind online verfügbar: www.dodis.ch/C1682 Zwischen 28. Oktober und 1. November 1969 besuchte mit Willy ...
 


Rundschreiben Nr. 6/2019 (28.10.2019)
Rundschreiben Nr. 5/2019 (23.08.2019)
Rundschreiben Nr. 4/2019 (11.06.2019)
Chronik - 100 Jahre Schweizer Verein Freiburg
Rundschreiben Nr. 3/2019 (24.04.2019)
Einladungskarte zum Jubiläumsabend am 01. Juni 2019
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