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Der Apfel der konservativen Rechten sät Zwietracht
Di, 20 Aug 2019 13:30:00 GMT - Die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) hat am Sonntag ihre Plakatkampagne für die nationalen Parlamentswahlen vorgestellt. Darauf zerfressen Würmer, welche die Gegner der Partei darstellen sollen, einen mit Schweizerkreuz markierten Apfel. Das Sujet spaltet auch innerhalb der SVP. Die Schweizerische Volkspartei (SVP/rechtskonservativ) hat am Sonntag ihr neues Wahlplakat präsentiert. Im Oktober finden in der Schweiz nationale Parlamentswahlen statt. Auf dem Plakat ist ein Apfel zu sehen, der die Schweiz repräsentieren soll. Er wird von fünf Würmern zerfressen, die aufgrund der Farben als Europäische Union und politische Gegner der SVP identifizierbar sind. "Sollen Linke und Nette die Schweiz zerstören?", steht auf dem Plakat. "Das erinnert an dunkle Zeiten" Seit Sonntag wird das Plakat auf den Sozialen Netzwerken harsch kritisiert. Die einen finden das Bild grob, degoutant oder phantasielos. Andere finden, das Plakat weise "sehr geschmacklose" Ähnlichkeiten ...
 
Deutschland leidet unter Attraktivität der Schweiz
Di, 20 Aug 2019 12:00:00 GMT - Die nördlichen Nachbarn beschweren sich, die Schweiz werbe ihre Lehrer ab. Auch der Schweizer Lehrerverband findet: Das darf nicht sein. Die Prognose ist krass: 35'000 Grundschullehrerinnen und -lehrer dürften Deutschland bis im Jahr 2025 fehlen. Schon heute leide Deutschland unter Lehrermangel, sagt Udo Beckmann, der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung. Besonders von der Abwanderung betroffen sei das Bundesland Baden-Württemberg. "Dass viele Lehrkräfte in die Schweiz abwandern, ist für Baden-Württemberg ein grosses Problem, vor allem in den Grenzregionen, aber auch darüber hinaus", so Beckmann. Die Schweiz sei für deutsche Lehrer attraktiv, weil die Bezahlung im Vergleich zu Deutschland deutlich besser sei. "Ausserdem sind die Schweizer Schulen teils besser ausgestattet", sagt Beckmann. 240 deutsche Lehrer in Baselland Aktuelle Zahlen zur Zuwanderung von deutschen Lehrkräften kann momentan nur der Kanton Basel-Landschaft bieten: Hier stehen im neuen ...
 
Europa-Frage liess SVP zur stärksten Partei der Schweiz werden
Di, 20 Aug 2019 09:00:00 GMT - Die Entwicklung der politischen Parteien der Schweiz wird weitgehend von der europäischen Frage bestimmt. Eine Studie zeigt, wie sich die parteipolitischen Argumente rund um die Beziehungen Schweiz-Europa in den letzten 25 Jahren entwickelt haben. Interview mit dem Autor der Studie, Blaise Fontanellaz. Der Sonderfall Das Wort "Sonderfall" umreisst gewisse Besonderheiten, welche die Schweiz von anderen Ländern unterscheiden, wie zum Beispiel direkte Demokratie, Neutralität, Föderalismus oder Mehrsprachigkeit. Das Konzept wurde vor allem im späteren 19. Jahrhundert und während dem 20. Jahrhundert entwickelt, im Zusammenhang mit der Gründung des Bundesstaates. Der Sonderfall ist eine ideologische Konstruktion, die zu einem wichtigen Element der nationalen Identität wurde. "Seine politische und soziale Funktion besteht darin, abzugrenzen und hervorzuheben, und dient indirekt dazu, internationale oder universale Standards nicht übernehmen zu müssen", heisst es im Eintrag zum Thema ...
 
Heizen mit Öl: Schweiz mit höchsten Anteil in Europa
Mo, 19 Aug 2019 14:15:00 GMT - Die Schweiz ist das europäische Land mit dem höchsten Anteil am Heizöl-Verbrauch bei Gebäuden. Der Umweltverband WWF erklärt die Energiepolitik der Kantone im Gebäudebereich als gescheitert. In der Schweiz liegt der Umweltschutz im Gebäudebereich in der Kompetenz der Kantone. Doch trotz des Einsatzes junger Menschen für das Klima unternehmen die kantonalen Behörden nicht genug, um die Umwelt- und Klimaauswirkungen von Gebäuden zu reduzieren. Diese machen rund ein Drittel der CO2-Emissionen aus. Der WWF Schweiz geht in seinem neusten Rating der kantonalen Gebäude-Klimapolitik denn auch hart mit den Kantonen in die Kritik: "Kein Kanton weist ein Ziel auf, das mit dem Paris-Abkommen übereinstimmt", heisst es da etwa. Gemäss WWF werden die von den Kantonen selbst erarbeiteten Energieverordnungen ("Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich", MuKEn), etwa betreffend Verbesserung der Wärmedämmung und Energiebedarf in Gebäuden, nicht vollständig umgesetzt. Im Bereich Heizung ...
 
Wie aus einem Schuh-Startup ein multinationaler Konzern wurde
Mo, 19 Aug 2019 09:00:00 GMT - Wer Casper Coppetti begegnen möchte, sollte der Limmat in Zürich entlanglaufen, in der Ostschweiz wandern oder im Flugzeug nach Sao Paulo oder Tokio fliegen. Der Mitbegründer der schnell wachsenden Schweizer Schuhmarke On ist immer in Bewegung und versucht, in einer schwierigen Branche Schritt zu halten. Am Hauptsitz von On in Zürich gibt es für Besucherinnen und Besucher keinen Empfangsschalter, und es liegen auch keine Geschäftsberichte auf. An der Wand im offenen Grossraum-Büro hängen feuchte Handtücher an mehreren Dutzend Stahlspinden. Man wähnt sich eher in einer Umkleidekabine als am Hauptsitz eines schnell wachsenden globalen Unternehmens. Läufer zu sein, ist keine Voraussetzung, um bei On zu arbeiten. Aber es ist schwierig, sich dem Lauffieber zu entziehen, wenn Kunden- oder Managementgespräche während eines Laufs der Limmat entlang oder einer Radtour auf einen nahegelegenen Hügel stattfinden. Seit den Anfängen als Zürcher Startup hat On eine starke Stellung in einer ...
 
Wo Migration ein Gesicht erhält
So, 18 Aug 2019 09:00:00 GMT - Eine Gruppe von Autorinnen und Autoren zeichnet in der Schweiz Geschichten der Migration auf. Dafür stellen sie in Museen ihr "Büro für Migrationsgeschichten" auf. Das Projekt entstand aus den Trümmern der gescheiterten Idee eines eigenständigen Migrationsmuseums. "Eine junge Frau aus Chile kam zu mir an den 'Schalter'. Sie erzählte, ihr Urgrossvater sei nach Chile ausgewandert, sie habe ein paar Dokumente dabei aus Einwohnerregistern in Lauterbrunnen, Basel und Zürich. Vielmehr wisse sie aber auch nicht." Das Büro aktuell vor Ort Das Büro für Migrationsgeschichten ist gegenwärtig an der Ausstellung "Die Schweiz anderswo" im Forum Schweizer Geschichte Schwyz zu Gast. Nächste Daten: 11. und 22.9., nachmittags. Die Ausstellung dauert noch bis zum 29.9.2019. Zudem wird das Büro während drei Tagen vom 27.-29.8. in der "Robert-Walser-Sculpture" des Berner Künstlers Thomas Hirschhorn in Biel zu Gast sein. So oder ähnlich beginnen oft die Migrationsgeschichten, die Beat Mazenauer ...
 
"Auslandschweizerinnen und -schweizer haben wenig Platz im Parlament"
Sa, 17 Aug 2019 15:21:00 GMT - In diesem Wahljahr umwerben diverse politische Formationen die Schweizerinnen und Schweizer im Ausland. Im Parlament allerdings gehört die Verteidigung ihrer Interessen nicht wirklich zu den Prioritäten. Das meint der Politologe Marc Bühlmann. Am 97. Auslandschweizer-Kongress in Montreux warben die Schweizer Parteien für ihre Programme und diskutierten an einem Podiumsgespräch. Zudem präsentierten swissinfo.ch und der Politologe Marc Bühlmann jeweils ein Ranking der Parteien, was deren Engagement für die so genannte "Fünfte Schweiz" betrifft. Ein sehr politischer Morgen also für die in Montreux versammelten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Auslandschweizer-Kongress Mehr als 400 Mitglieder der "Fünften Schweiz" treffen sich jedes Jahr während drei Tagen in der Schweiz zum Auslandschweizer-Kongress. Die Veranstaltung beginnt traditionell mit der Sitzung des Auslandschweizerrats, dem "Parlament der Fünften Schweiz", bevor sie am Freitagabend offiziell eröffnet wird. ...
 
Kunst in Schweizer Verkehrskreiseln
Sa, 17 Aug 2019 09:00:00 GMT - Früher wurde das Dorfzentrum oder die Strasse, die in eine Stadt führte, mit einer alten Eiche oder einem Steinblock markiert. Heute stehen dort häufig Verkehrskreisel. In der Schweiz werden sie mit origineller Kunst gefüllt, was allerdings teuer und manchmal umstritten ist. Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das Verkehrskreisel als Bühne für Kunst nutzt. Aber die Schweiz fällt mit besonders vielen originellen und spektakulären Werken auf. Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen erklärt, es gebe keine genauen Zahlen über Verkehrskreisel in der Schweiz. Denn die Kreisel fallen ? typisch für das Land ? in die Kompetenz der Gemeinden. Laut Rohrbach gab es in jüngster Zeit ein verstärktes Interesse an Kunst in Schweizer Verkehrskreiseln. Auf die Frage, ob die Kunst die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ablenkt, antwortet er, dass die Skulpturen kein Problem darstellen. Wenn überhaupt, verlangsamten sie den Verkehr, weil die Lenker zu sehen versuchten, welches ...
 
E-Voting bleibt mehr denn je Priorität für Fünfte Schweiz
Fr, 16 Aug 2019 16:34:00 GMT - Bund und Kantone müssen "ein zuverlässiges, vertrauenswürdiges und finanziell tragbares elektronisches Abstimmungssystem" zur Verfügung stellen: Das verlangt der Auslandschweizerrat in Montreux. Er betont, dies sei für die meisten Schweizer Expats die einzige Möglichkeit, ihre politischen Rechte auszuüben. Der 20. Oktober hätte die Krönung vieler Bemühungen um eine breite Einführung des E-Votings sein sollen. Denn die Schweizer Landesregierung (Bundesrat) hatte sich zum Ziel gesetzt, dieses bei den Nationalratswahlen 2019 in zwei Dritteln der Kantone einzuführen. Stattdessen wird er nun ein schwarzes Datum in der Geschichte der Auslandschweizer markieren, denn niemand wird mehr über das Internet abstimmen können. Der aus Sicherheitsgründen erfolgte Rückzug sowohl der bisher in der Schweiz verwendeten Online-Voting-Systeme als auch des jüngsten Regierungsbeschlusses, die Umwandlung des E-Votings in einen gewöhnlichen Abstimmungskanal nur vorübergehend aufzugeben, war für die ...
 
Was die Auslandschweizer-Organisation von der Politik verlangt
Fr, 16 Aug 2019 15:04:00 GMT - Angesichts der Wahlen in diesem Herbst will die Auslandschweizer-Organisation ihre Rolle voll ausspielen, die Interessen der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer bestmöglich zu vertreten. Deshalb haben die 98 Mitglieder des Auslandschweizerrats in Montreux ein Wahlmanifest verabschiedet ? mit nur einer Stimmenthaltung. Von den 760'200 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern haben sich unterdessen 172'000 in einem Stimm- und Wahlregister eintragen lassen. Das entspricht der Grösse des Kantons Tessin, Wallis oder Thurgau. Jedes Jahr sind es mehr. Diese Ressource gelte es systematisch zu nutzen, betont die ASO. Vor den Wahlen 2019 legt die Auslandschweizer-Organisation deshalb Parteien und politischen Akteuren einen Katalog vor, damit diese die Sorgen und Erwartungen der Schweizer Diaspora für die nächste Legislaturperiode berücksichtigen. Das Manifest besteht aus folgenden Punkten: E-Voting Um alle Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer an Abstimmung und Wahlen ...
 
Schweizer Diaspora sorgt sich um Spannungen Schweiz-EU
Fr, 16 Aug 2019 13:30:00 GMT - Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer wollen sich in Europa weiterhin frei niederlassen und arbeiten können. Ihre Vertreter, die sich an diesem Wochenende in Montreux zum Jahreskongress versammeln, beteuern erneut ihr Engagement für das Personenfreizügigkeits-Abkommen. Auslandschweizer-Kongress Mehr als 400 Mitglieder der "Fünften Schweiz" treffen sich jedes Jahr während drei Tagen in der Schweiz zum Auslandschweizer-Kongress. Die Veranstaltung beginnt traditionell mit der Sitzung des Auslandschweizerrats, dem "Parlament der Fünften Schweiz", bevor sie am Freitagabend offiziell eröffnet wird. Der Samstag ist der Plenarsitzung und dem offiziellen Thema des diesjährigen Kongresses gewidmet: "Welche Welt für morgen?" Der Sonntag bietet jeweils die Gelegenheit, gemeinsam die Region des Gastgebers zu besuchen. Die Delegierten des Auslandschweizerrats (ASR), des "Parlaments der 5. Schweiz", sorgen sich über die Entwicklung der Beziehungen zwischen der Schweiz und der ...
 
Woher kommt das Trinkwasser in der Schweiz?
Fr, 16 Aug 2019 06:00:00 GMT - 80 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Trinkwassers stammen aus dem Untergrund. Wasserreserven sind reichlich vorhanden, aber zunehmend kontaminiert. In der Schweiz wird Trinkwasser aus drei verschiedenen Quellen gewonnen. Etwa 40 Prozent stammen aus dem Grundwasser, weitere 40 Prozent aus Quellen und die restlichen 20 Prozent aus Oberflächengewässern, hauptsächlich aus Seen und Flüssen. Das Grundwasser wird durch Regen, Schneeschmelze und Gletscher sowie Sickerwasser gespeist. Die Reserven in den unterirdischen Hohlräumen sind enorm: 150 Milliarden Kubikmeter, was in etwa dem Volumen aller Schweizer Seen entspricht. Von diesen wird nur etwas mehr als eine Milliarde benötigt, um den Trinkwasserbedarf zu decken. Nitrate und Pestizidrückstände im Wasser Theoretisch wäre es möglich, mehr als zehnmal so viel Wasser zu entnehmen, ohne dauerhafte Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel oder die Umwelt, meint Ronald Kozel, Leiter der Abteilung "Hydrologie" beim Bundesamt für ...
 
Der Traum vom Vanlife in der Schweiz
Do, 15 Aug 2019 13:30:00 GMT - Auf den sozialen Netzwerken sind Bilder und Videos zu #Vanlife ein Hit. Doch ist dieses einfache und naturverbundene Leben in Freiheit auch in der reichen und überregulierten Schweiz möglich? Wir besuchen das erste Vanlife-Festival der Schweiz und sprechen mit den Besucherinnen und Besuchern. Die Bilder zeigen halbnackte tätowierte Paare mit Gitarre in chic ausgebauten Kastenwagen, bei erotisch inszenierten Turnübungen, mit Hund oder beim Kochen auf Reisen: Der Hashtag #Vanlife ist auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken der grosse Hit. "Vanlife ist eine junge Bewegung", sagt Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim Touring Club Schweiz (TCS). "Viele junge Paare oder Familien wollen die Welt im VW-Bus entdecken." Die Schweiz ist für Vanlife besonders geeignet. Sie bietet Sicherheit, Natur, Berge, kurze Anfahrtswege und viele Gewässer. "In der Schweiz kann man auf kleinem Raum alles machen und hat ganz unterschiedliche Landschaften", sagt Grützner. Doch die ...
 
Wer sich hinter die Bürgerinnen und Bürger im Ausland stellte ? und wer nicht
Do, 15 Aug 2019 09:00:00 GMT - Welche Parteien haben in der ablaufenden Legislatur 2015 bis 2019 die Interessen der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer wirklich vertreten? SWI swissinfo.ch hat alle Geschäfte des Nationalrats mit Bezug zur Fünften Schweiz analysiert. Viele der 760'000 Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die sich im Ausland niedergelassen haben, bleiben an der Schweiz politisch interessiert. Sie wollen in der Heimat ihre Anliegen vertreten sehen. Kommen diese aber auch im Parlament an? Diese Frage hat swissinfo.ch gestellt. Wir haben in Zusammenarbeit mit den Politik-Analysten von smartvote.ch die Legislatur 2015 bis 2019 unter die Lupe genommen. Wir identifizierten über die vier Jahre der Parlamentsarbeit im Bundeshaus 16 Geschäfte, die im Nationalrat zur Abstimmung gelangten. Alle Geschäfte hatten einen Bezug zu den im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizern, zu 14 davon hatte die ASO ihre Position öffentlich formuliert. Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) vertritt die ...
 
Auslandschweizer-Organisation beklagt "Führungsschwäche" der Regierung beim E-Voting
Mi, 14 Aug 2019 14:00:00 GMT - Was bedeutet das faktische Ende der E-Voting-Optionen für die Schweizer Community im Ausland? Der Präsident der Auslandschweizer-Organisation bringt seine Besorgnis zum Ausdruck und skizziert im Vorfeld der Eidgenössischen Wahlen vom Oktober die Optionen. Die elektronische Stimmabgabe ist für Stimmberechtigte im Schweizer System der direkten Demokratie keine Option mehr, nachdem die Regierung jüngst entschieden hat, die Pläne für eine permanente und flächendeckende Einführung von Online-Instrumenten fallen zu lassen; zudem wurden die beiden Systeme, die während längeren Testphasen im Einsatz standen, ausser Betrieb genommen. Inmitten wachsender Skepsis in der Bevölkerung gegenüber der neuen Technologie argumentierten die Behörden und IT-Unternehmen vor allem mit technischen Mängeln und Sicherheitsbedenken. Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) zeigte sich schockiert über die Abkehr der Regierung von ihrer bisher verfolgten Politik. Die Organisation hatte in den letzten 16 ...
 
Aus Kostengründen in Ungarn ins Pflegeheim?
Mi, 14 Aug 2019 12:00:00 GMT - Was ist reizvoller und billiger: Den Lebensabend in einem Schweizer Altersheim oder im Ausland zu verbringen? Zum Beispiel in Ungarn, wo sich eine Gruppe von Schweizern niedergelassen hat. Wohin im Alter? Diese Frage hat Ruth Stampfli für sich so beantwortet: "Nach Ungarn, denn ich habe dort nur Vorteile." Die 84-jährige Bernerin lebt seit zwei Jahren in der Altersresidenz "Seniorpalace" am Plattensee. Das Pflegepersonal spreche Deutsch, sei freundlich und nehme sich Zeit. Und es sei viel billiger als in der Schweiz. Stampfli zahlt gut 2000 Franken im Monat. Nur mit dem Essen habe sie teilweise etwas Mühe. "Da muss man sich halt ein wenig anpassen", sagt sie. Das hätte auch seine Tante gekonnt, ist Albert Bär sicher. Er wollte seine fast 100-jährige Tante nach Ungarn ins Altersheim bringen, wurde aber von der KESB gestoppt. Der Umzug an den Plattensee sei nicht in ihrem Interesse. Schweizer Senioren entscheiden sich vermehrt für ein Alters- und Pflegeheim im Ausland. Nicht ...
 
So wird gewählt, so wird gezählt
Mi, 14 Aug 2019 09:00:00 GMT - Am 20. Oktober 2019 finden die Schweizer Parlamentswahlen statt. Wer am meisten Stimmen erhält, gewinnt. Halt, ganz so einfach ist es leider nicht. Wir lüften für Sie die Blackbox, wie die Siegerinnen und die Verlierer gemacht werden. Der "Sonderfall" Die Schweiz ist tatsächlich einer ? zumindest was das Parlament betrifft: Dieses ist auch Schnittstelle zwischen indirekter und direkter Demokratie. Als Gesetzgeber erhält es nämlich auch Arbeit vom Volk. Haben die Stimmbürger nämlich Ja gesagt zu einer Volksinitiative, was gleichbedeutend ist mit einer Verfassungsänderung, muss das Parlament die Gesetze zur Umsetzung des neuen Verfassungsartikels ausarbeiten. Basics Zu vergebende Sitze: 246; 200 im Nationalrat, 46 im Ständerat. Die Nationalratswahl ist primär eine Parteienwahl, die Ständeratswahl eine Personenwahl. Gestützt auf die Einwohnerzahl, steht im Nationalrat jedem der 26 Kantone eine bestimmte Anzahl Sitze zu. Zürich als bevölkerungsreichster Kanton kann 35 ...
 
Demokratische Innovation in der Schweizer Gemeinde Sion
Di, 13 Aug 2019 15:00:00 GMT - Das demokratische Erbe durch Experimente mit einem in Oregon entwickelten partizipativen Modell erweitern: Die Gemeinde Sion ist Vorreiter in einem Projekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Es wird Bürger einbeziehen, die durch das Los bestimmt wurden. 2000 Menschen erhalten in Sion in diesen Tagen Post der etwas anderen Art: Sie sind eingeladen, an dem Projekt teilzunehmen, das zur Bildung eines "Bürgerpanels" führen wird. An diesem Panel wird ein Bericht über eine Frage erstellt, über die am 9. Februar 2020 an der Urne abgestimmt wird. Das Panel wird vier Tage dauern und im November stattfinden. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. "Diese Übung wird helfen, den wahren Wert der Demokratie, der manchmal vergessen geht, wiederzuentdecken, nämlich die Gleichheit der Bürger. Wir neigen dazu zu sagen, dass Politik zu komplex ist und übergeben sie lieber an Politikerinnen und Politiker", sagt Nenad Stojanovi?, ...
 
Warum der Seeuferweg auf der Strecke bleibt
Di, 13 Aug 2019 12:28:00 GMT - Wo ist das Leben schöner als an einem See? Roger Federer erfüllt sich diesen Traum mit einem Grundstück am Zürichsee. Einen öffentlichen Uferweg vor seinem Anwesen muss der Tennisstar nicht befürchten. Er kann dabei ? wie viele andere private Seeanstösser in der Schweiz ? mit der Unterstützung der lokalen Behörden rechnen. Seit einigen Tagen weiss es die halbe Welt: Der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten zieht mit seiner Familie an den Zürichsee. Im St. Galler-Städtchen Rapperswil-Jona haben Federers eine Parzelle in der Grösse von drei Fussballplätzen mit Seeanstoss erworben. Auf diesem Grundstück, das schon vorher im Besitz von Privaten war, gab und gibt es keinen Uferweg. Fussgänger müssen dort einen grossen Bogen um das Areal machen. Dies obwohl das Raumplanungsgesetz seit vierzig Jahren vorschreibt, dass "See- und Flussufer freigehalten und öffentlicher Zugang und Begehung erleichtert werden sollen". Martin Stöckling, der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, ...
 
Leben vom Existenzminimum in der Schweiz
Di, 13 Aug 2019 09:00:00 GMT - Über acht Prozent der Schweizer Bevölkerung sind arm, fast dreieinhalb Prozent beziehen Sozialhilfe. In der reichen Schweiz werden die Armen zu Luxuslösungen mitgezwungen. So ist es für sie besonders schwer, über die Runden zu kommen. Auffangnetz Sozialhilfe Wer durch alle Maschen fällt, bekommt in der Schweiz Sozialhilfe. Das ist nicht in allen Ländern selbstverständlich. Wer wieder zu Geld kommt und in guten Verhältnissen lebt, muss die bezogenen Gelder allerdings zurückzahlen. Die Schweiz gehört zu den reichsten Ländern der Welt: Gemäss Vermögensreport der Credit Suisse besitzt ein Erwachsener im Durchschnitt 538'617 Franken. Doch Vermögen und Einkommen sind ungleich verteilt. Wie geht es jenen, die wenig haben? "Kleine Einkommen in der Schweiz sind stark unter Druck", sagt Andrea Schmid-Fischer, Präsidentin des Dachverbands Budgetberatung Schweiz. Auch der untere Mittelstand drohe abzurutschen. Zwischen 2016 und 2017 nahm Armut in der Schweiz um fast 10 Prozent zu. Die ...
 
Ich wollte einen Monat arm sein in der Schweiz ? es war Stress
Di, 13 Aug 2019 09:00:00 GMT - In der Schweiz hat Armut in den letzten Jahren um 20 Prozent zugenommen. Jede zwölfte Person gilt als arm. Wie ist es, in einem der reichsten Länder der Welt knapp durchzumüssen? Einen Monat lang will ich vom Existenzminimum leben. Als Erstes gehe ich zur Sozialhilfe Bern und frage, wie stark ich meinen Lebensstandard herunterschrauben müsste, wenn ich von Sozialhilfe leben würde. Meine Miete entspricht gerade noch den Richtlinien. "Einschränken müssten Sie sich wohl im Bereich des Grundbedarfs, also bei Essen, Kleidern, Körperpflege, Strom, Telefon und ÖV", sagt Alexandra Herren von der Sozialhilfe Bern. Wenn ich ausrechne, was die Sozialhilfe für meine dreiköpfige Familie zahlen müsste und diese Zahl mit meinem Netto-Einkommen vergleiche, so komme ich auf den Betrag von 2'737 Franken, den wir aktuell mehr zur Verfügung haben. Wenn ich berücksichtige, dass ich als Vollzeit-Sozialhilfebezügerin keine Steuern zahlen würde, schrumpft der Betrag auf rund 1'800 Franken. Dabei habe ...
 
Auslandgemeinschaft befasst sich mit sozialen Fragen
Mo, 12 Aug 2019 14:45:00 GMT - In Montreux am Genfersee treffen sich diese Woche Delegierte aus allen Ecken der Welt zum jährlichen Auslandschweizer-Kongress. Der Fokus liegt dieses Jahr auf der Frage, wie die Gesellschaft die grossen Herausforderungen der Zukunft bewältigen kann. Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) nimmt die Interessen der so genannten Fünften Schweiz wahr ? jener 760'000 Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland leben. Am Kongress werden führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Schweizer Politik über Themen wie die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt, Migration und die Mobilität der Zukunft diskutieren. Erreicht die Schweiz die Millenniumsziele? Thematisiert werden auch die Millenniumsziele der Vereinten Nationen (UNO). 2015 unterzeichnete die Schweiz die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Zielen (SDG). Darunter finden sich Strategien zur Verbesserung von Gesundheit und Bildung, zum Abbau von Ungleichheiten und zur Förderung des ...
 
Mord im Grandhotel: eine tödliche Verwechslung
Mo, 12 Aug 2019 13:30:00 GMT - Im Jahr 1906 erschiesst eine junge Russin in einem Interlakener Hotel einen französischen Geschäftsmann. Oberländer Bauern richten als Geschworene über die Anarchistin - und lassen Milde walten. Kellner in weissen Schürzen hasten durch den Speisesaal des Grandhotel Jungfrau in Interlaken, als eine junge Dame aufsteht, eine Pistole aus der Handtasche zieht und drei Schüsse auf den Herrn am Nebentisch abfeuert. Es bricht Chaos aus. Gäste bringen sich schreiend in Sicherheit, mehrere Damen sinken ohnmächtig zu Boden. Die Attentäterin gibt vier weitere Schüsse auf ihr Opfer ab, dann schreitet sie erhobenen Hauptes durch den Saal. Ein Kellner packt sie am Handgelenk, ein anderer reisst ihr die Waffe aus der Hand. "Es ist unnötig, mir Gewalt anzutun", herrscht sie die beiden an. "Sie sehen ja, dass ich keinen Widerstand leiste, und ich habe nicht vor, zu fliehen." Im ersten Verhör erklärt sie, ihre Tat sei ein Akt politischer Justiz. Sie habe das Todesurteil vollzogen, das die ...
 
Fête des Vignerons: "Wir sehen uns in 20 Jahren!"
Mo, 12 Aug 2019 11:38:00 GMT - Nach neunzehn Austragungen ? vier wurden wegen Stürmen verschoben oder unterbrochen ? 355'000 verkauften Eintrittskarten und mehr als einer Million Besucherinnen und Besuchern geht das Festival von Vevey mit einem grossen Publikumserfolg zu Ende. Das einzige Problem ist, dass es in diesem Jahr ein Defizit gibt. "Warten Sie nicht zwanzig Jahre, um zu feiern", sagte Regisseur Daniele Finzi Pasca, als er am Sonntagnachmittag auf dem Marktplatz von Vevey den Vorhang in der temporären Arena für die 20'000 Zuschauerinnen und Zuschauer öffnete.  Mit Liedern, Glocken, lautem Applaus und vielen Tränen von Schauspielern und Zuschauern jeden Alters erreichte die Ranz des vaches (Westschweizer Kuhreigen), die das 12. Fête des Vignerons (Fevi) beendete, den Höhepunkt der Emotionen: "Ich weinte den ganzen Tag", sagte eine Teilnehmerin; sie konnte nicht wahrhaben, dass nach einem Jahr harter Proben und drei Wochen Aufführungen alles zu Ende war. Durch die Stürme Keine nennenswerte Kritik ...
 
Der lange Weg zum Genfer Abkommen von 1949
Mo, 12 Aug 2019 09:00:00 GMT - Vor genau 70 Jahren glückte der Schweiz ein diplomatischer Paukenschlag. Obwohl die Eidgenossenschaft auf Grund ihrer Beziehungen zu den Achsenmächten etwas isoliert war, gelang es ihr, eine grosse diplomatische Konferenz zu organisieren, die zu einer Erneuerung der Genfer Konventionen führte ? ein fundamentaler Schritt für die Entwicklung des humanitären Völkerrechts. "Der letzte Krieg verursachte mehr als jeder andere Konflikt, der ihm vorausging, unendliches Leid. Der totale Krieg schlägt grausam und wahllos zu. Er verschont niemanden. Das Elend und die Katastrophen, die ein solcher Krieg verursacht, sind schrecklich. Leider haben sich die Konventionen von 1929 häufig als unzureichend erwiesen, um die Auswirkungen abzufedern. Unsere Aufgabe wird es sein, die tragischen Erfahrungen zu verarbeiten, um die in den Vereinbarungen von 1929 festgestellten Lücken so weit wie möglich zu schliessen?. Vor allem der Zweite Weltkrieg hat gezeigt, dass die Genfer Konventionen unvollständig ...
 
Nach 35 Betriebsjahren in bester Verfassung
So, 11 Aug 2019 09:00:00 GMT - Die erste Photovoltaik-Anlage Europas ging in den frühen 1980er-Jahren im Kanton Tessin ans Netz und überzeugt auch heute noch durch ihre erstaunlich hohe Energieeffizienz. swissinfo.ch im Gespräch mit Mauro Caccivio, Photovoltaikexperte der Fachhochschule Südschweiz. Es war 1982, als eine Gruppe von Forschern beschloss, in Canobbio, wenige Kilometer von Lugano entfernt, eine experimentelle Photovoltaikanlage zu bauen. TISO, das Akronym von "Ticino Solare", hatte eine Leistung von 10 Kilowattstunden und bestand aus 288 Zellmodulen aus monokristallinem Silizium. "Das war keine Weltneuheit, da es in den Vereinigten Staaten bereits mehrere PV-Projekte gab. Doch in Europa war es ein Novum?, erklärt Mauro Caccivio, Leiter eines Teams, das sich an der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) mit der Qualität von PV-Systemen befasst. 2017 wurde die Anlage vom Dach der Aula Magna abgebaut und ins Forschungslabor gebracht, wo sie auf ihren Zustand hin untersucht wurde. "Das war ein ...
 
Der elektrische Strom
Sa, 10 Aug 2019 09:00:00 GMT - Der kürzlich erschienene Bildband ist das Resultat des Versuchs, das Unsichtbare zu zeigen. Marc Renauds Bilder erzählen von einer Kraft, die uns heute in fast allen Lebenslagen umgibt und die wir ebenso häufig nutzen.  Täglich, stündlich, eigentlich jeden Moment, ohne dass wir uns dessen noch bewusst wären. Bis diese Kraft verschwindet - der Zug stehen bleibt, die Kassen im Supermarkt nicht mehr funktionieren und die Akkus unserer Smartphones nicht mehr laden. Dann erleben wir den Blackout, den Stromausfall. Kraft der Natur Es ist das Wasser, der Wind, die Sonne - aber nach wie vor auch fossile Brennstoffe, die diese Kraft entstehen lassen. Nicht wir Menschen haben die Elektrizität erfunden, sie war schon immer da. Aber es gelang uns erst vor einigen hundert Jahren, sie zu kontrollieren und uns so nutzbar zu machen. Auf den Bildern sieht man die Elektrizität oder deren vorausgehenden Energieträger nur selten (ein kleines Rinnsal am Ende eines Gletschers, die Blitze einer ...
 
Auf den Spuren des echten Gefangenen von Chillon
Fr, 9 Aug 2019 14:30:00 GMT - Das Schloss Chillon am Ufer des Genfersees ist das meistbesuchte Denkmal der Schweiz. Einen Grossteil seiner Berühmtheit verdankt es Lord Byrons Gedicht "Der Gefangene von Chillon". Das literarische Werk ist von einer realen Figur inspiriert, nämlich von François Bonivard, dessen Leben einem Roman würdig war. Wir befinden uns sozusagen in den Eingeweiden des Schlosses, in einem riesigen Keller, der von Gewölben und Säulen getragen wird. Auf einer Seite grenzt er an eine Felswand. Die Wand gegenüber besteht aus Steinblöcken mit wenigen kleinen Schlitzen dazwischen. Jenseits der Mauer beginnt die Unendlichkeit des Sees. Man kann sie nur erahnen. Es gibt nicht viel zu sehen. Einen Galgen ? ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert ?, um die düstere Seite des Ortes zu betonen, sowie eine beleuchtete Tafel mit einem kurzen, erklärenden Text und einem Gemälde mit zwei Personen ? nichts Aufregendes. Das Schloss hat an anderen Stellen viel mehr und auf den ersten Blick viel Interessanteres zu ...
 
Wenn das Zelt ein klimatisiertes Häuschen ist
Fr, 9 Aug 2019 12:00:00 GMT - Es war einmal ein unbewohntes Stück Land am Ufer des Lago Maggiore. Darauf steht heute der grösste Camping der Schweiz, bewertet als einer der schönsten Europas. Was ist das Erfolgsgeheimnis des Campingdorfs Campofelice in Tenero, Kanton Tessin? "In welcher Forma auch immer, Campieren ist eine Bereicherung der Seele und dient der Charakterbildung. Es gibt nur wenige befriedigendere Momente, als die Zeit, in der man sein Zelt aufschlägt und sieht, wie die Flamme vom Lagerfeuer aufsteigt, während am Horizont die goldene Sonne untergeht ? auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist, bevor der Regen alles zerstört." Wer bereits einmal eine Nacht im Freien verbracht hat, teilt wohl die Gedanken von "Pippa" Middleton, welche die Schwester der britischen Prinzessin Catherine vor einigen Jahren in einem Buch zum Ausdruck brachte. Allerdings löst sich dieses romantische Bild laut Gianfranco Patelli, Direktor des "Campofelice Camping Village", langsam auf. "Heutzutage sieht man nur noch ...
 
Landsgemeinde Kloten ? wo Grenzen der Demokratie gesprengt werden
Fr, 9 Aug 2019 08:30:00 GMT - Über 31 Millionen Passagiere im letzten Jahr: Der Flughafen Zürich Kloten ist das Tor der Schweiz zur Welt. Politisch hat die Stadt Kloten als grösste internationale Verkehrsdrehscheibe des Landes zur Urform der direkten Demokratie zurückgefunden: zur Landsgemeinde. Wie sie diese interpretiert, ist wegweisend. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch.  Ein Passagierflieger zieht an diesem Sommersamstag über den Versammlungsplatz in der Flughafengemeinde Kloten. So tief, man glaubt, ihn mit den Händen greifen zu können. Der Platz, auf dem sich um die 700 Menschen sammeln, ist mit Natursteinplatten ausgelegt, umschlossen von in die Höhe strebenden Häusern. Eine Bühne steht da, dort sitzt eine lokale Big Band und spielt Swing. An einem Stand werden spanische Süssspeisen verkauft, an einem anderen gibt es Crêpes. Die Einwohnerinnen und Einwohner kommen mit Hunden an der Leine und Kindern an der Hand ? Volksfestcharakter. ...
 
Initiativen gelten als Wahlkampf-Vehikel ? das ist Quatsch
Do, 8 Aug 2019 14:30:00 GMT - Volksinitiativen gehören bei eidgenössischen Wahlen zu den üblichen Tools der Parteien, um Wähler hinter sich zu scharen. Ihr Mobilisierungspotential ist allerdings überschaubar. Eher bringen sie den Parteien gar Fehlstarts und Rückschläge. CVP und SP versuchen derzeit, ihrem Wahlkampf 2019 mit einer eigenen Volksinitiative Schub zu verleihen. Beiden Parteien setzten auf das politisch vernachlässigte Gesundheitswesen. Da dominiert gemäss allen jüngeren Umfragen die Sorge, wie die galoppierenden Kosten in den Griff zu kriegen sind. Der Autor Claude Longchamp ist einer der renommiertesten Politikwissenschafter und -analyst der Schweiz. Er war Gründer des Forschungsinstitutes gfs.bern, dessen Direktor er bis zu seiner Pensionierung war. Er ist nach wie vor Präsident des Verwaltungsrats. Longchamp analysierte und kommentierte während 30 Jahren Abstimmungen und Wahlen am Schweizer Fernsehen SRF.  Für swissinfo und dessen Demokratieplattform #DearDemocracy schreibt Longchamp jeden ...
 
Die sichere Ernährung der Menschheit ist in Gefahr
Do, 8 Aug 2019 12:45:00 GMT - In einem Sonderbericht zeigt der Weltklimarat IPCC die Zusammenhänge zwischen dem fortschreitenden Klimawandel und der Landnutzung auf der Erde auf. Die Landwirtschaft und unsere Ernährung müssen sich stark verändern, warnt der Bericht. Fast zwei Drittel der festen und eisfreien Erdoberfläche werden in irgendeiner Form genutzt: Äcker, Weiden, bewirtschaftete Wälder. Und diese Nutzung hat stark zugenommen, sagt Edouard Davin, Mitautor des IPCC-Berichts und Forscher an der ETH Zürich. Fleischproduktion pro Kopf hat sich verdoppelt In den letzten 60 Jahren hat sich zum Beispiel die Fleischproduktion pro Kopf verdoppelt. Das ging nur, weil enorme Flächen an Wald abgeholzt wurden, um Platz für Weiden und Futteranbau zu schaffen. All diese Aktivitäten machen die Land- und Forstwirtschaft zu einem der grossen Treibhausgas-Produzenten: Fast ein Viertel sämtlicher Treibhausgase, die die Menschheit verursacht, stammen von diesen Branchen. Darum sei klar: Um die Klimaerwärmung wie ...
 
Wie man einen geliebten Menschen aus einer Sekte befreit
Do, 8 Aug 2019 11:30:00 GMT - Sind Sie besorgt, dass Ihnen ein geliebter Mensch nach dem Beitritt zu einer Sekte entgleitet? Die Schweizer Hotline Infosekta beantwortet einige Fragen unserer Leserschaft zu diesem Thema. Susanne Schaaf von Infosekta ? einer Zürcher Fachstelle für Sektenfragen ? ist gut gelaunt. Ein ehemaliger Kollege hat gerade ein Verfahren gegen die Zeugen Jehovas am Bezirksgericht Zürich gewonnen. Die Religionsgemeinschaft hatte dem ehemaligen Infosekta-Mitarbeiter im Jahr 2015 diffamierende Anschuldigungen vorgeworfen. Die Richter entschieden, dass die Vorwürfe zwar schwerwiegend waren, aber durch handfeste Nachforschungen gestützt wurden. "Wir sind keine Journalisten und Journalistinnen, die eine 50:50-Ausgewogenheit für beide Seiten brauchen, sondern nehmen wie eine Konsumentenschutz-Organisation eine kritische Haltung ein. Unsere Informationen müssen korrekt sein und basieren auf Sekundärliteratur, internen Dokumenten, Besuchen in Problemgruppen und Gesprächen mit Familien und ...
 
Senioren kämpfen mit zwei Volksinitiativen gegen Altersdiskriminierung
Do, 8 Aug 2019 09:00:00 GMT - Ältere Menschen fühlen sich häufig benachteiligt und diskriminiert. Nun werden in der Schweiz zwei Volksinitiativen lanciert, um gegen Altersdiskriminierung vorzugehen. Eine dieser Initiativen forderte die Beseitigung jeglicher Benachteiligung aufgrund des Alters. Die zweite Vorlage fokussiert auf die Betreuung im Alter und deren Kostendeckung. Im Artikel zur Rechtsgleichheit in der Bundesverfassung (Artikel 8) heisst es, dass "niemand wegen seines Alters diskriminiert werden darf". Im Alltag bleibt dieses Gebot allerdings häufig ein toter Buchstabe, da weder Anwendungsgesetze noch Sanktionen existieren. OECD empfiehlt Massnahmen Bereits in einem Bericht aus dem Jahr 2014 hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Schweiz darauf hingewiesen, sie sollte "Gesetze oder Richtlinien gegen die Altersdiskriminierung verabschieden, wie in den meisten OECD-Ländern bereits geschehen". Die OECD hatte die Situation von über 55-Jährigen auf dem ...
 
Warum die Mafia die Schweiz liebt
Mi, 7 Aug 2019 11:30:00 GMT - Die italienische Mafia-Organisation 'Ndrangheta operiert seit Jahrzehnten in der Schweiz. Trotz guter Zusammenarbeit mit Italien sei das Schweizer Justizsystem nicht an die kriminelle Realität im eigenen Land angepasst.  Das sagt der italienische Richter und Essayist Nicola Gratteri im Interview. Nicola Gratteri war am italienischen Literaturfestival Una Torre di Libri im Piemont als Gast eingeladen. swissinfo.ch nutzte diese Gelegenheit, um mit dem Staatsanwalt aus der süditalienischen Provinz Catanzaro über die Präsenz der von dort aus operierenden 'Ndrangheta in der Schweiz zu sprechen. swissinfo.ch: Die 'Ndrangheta operiert schon seit einiger Zeit in der Schweiz. Wann und wie hat sie sich hier eingenistet? Nicola Gratteri: Seit mindestens Ende der 1980er-Jahre gibt es Spuren der 'Ndrangheta in der Schweiz. Nach einer Fehde in Monticella, einem kleinen Dorf in der Provinz Reggio Calabria, zog eine 'Ndrangheta-Familie in die Schweiz und liess sich in der Region Neuenburg nieder.
 
Künstlerisch und populär: Neue Direktorin bringt Locarno zurück zu den Wurzeln
Mi, 7 Aug 2019 09:00:00 GMT - Lili Hinstin markiert ihr erstes Jahr als künstlerische Leiterin des Filmfestivals Locarno mit einem der kühnsten und aufregendsten Programme seit Jahren. Das Festival beginnt heute (Mittwoch). Getreu seiner langjährigen Tradition als sorgfältig kuratiertes Schaufenster nicht nur für europäische, sondern auch für periphere Werke (Filme, die ausserhalb der europäischen Achse gedreht wurden), verspricht das diesjährige Festival einige Überraschungen und Veränderungen: Junge Filmemacher und experimentelle Werke erfahrener Regisseure nehmen einen prominenten Platz ein, ohne den Geschmack des grossen Publikums ausser Acht zu lassen. Für die Hauptbühne mit den Open-Air-Abendvorstellungen auf der Piazza Grande mit ihren bis zu 8000 Sitzplätzen hatte Hinstin den Mut, dem Trend zu widerstehen, "Wohlfühl"-Filme ins Programm zu nehmen, die sich an ein breiteres Publikum wenden.  Einige Veränderungen Sie stellte sich der Herausforderung, qualitativ hochstehende Filme zu präsentieren, die ...
 
Der (nicht ganz) richtige Zeitpunkt der Anschuldigungen gegen die UNRWA
Di, 6 Aug 2019 13:30:00 GMT - Ein interner Bericht wirft ein äusserst schlechtes Licht auf das ethische Verhalten von Spitzenbeamten der UNO-Agentur für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) ? darunter auch Schweizer. Der Zeitpunkt des Berichts wirft politische Fragen über die Zukunft der israelisch-palästinensischen Beziehungen auf. Der Bericht ging im Dezember letzten Jahres an den UNO-Generalsekretär, wurde aber erst jüngst öffentlich gemacht. Er zitiert "glaubwürdige und erhärtete Berichte", wonach Mitglieder eines "inneren Kreises" der UNRWA-Spitze, darunter der Schweizer Generalkommissar Pierre Krähenbühl, "sexuelles Fehlverhalten, Vetternwirtschaft, Vergeltung, Diskriminierung und andere Amtsmissbräuche zur persönlichen Bereicherung, zur Unterbindung legitimer abweichender Meinungen und zur anderweitigen Erlangung ihrer persönlichen Ziele" begangen haben sollen. Während sich der Ethikbericht nur mit internen Abläufen der Organisation befasst, steht ausser Frage, dass man hier das Politische nicht vom Ethischen ...
 
Warum Schweizer KMU im Osten Deutschlands investieren
Di, 6 Aug 2019 11:30:00 GMT - Schweizer Unternehmen gehören im Osten Deutschlands zu den wichtigsten Investoren. In Thüringen führen sie die Liste ausländischer Unternehmen an. Derzeit baut Swissplast, eine kleine mittelständische Unternehmung aus Sargans im Kanton St. Gallen, eine neue Fertigungsstätte im thüringischen Gotha. Fördermittel und die niedrigen Grundstückspreise gaben den Ausschlag für seine Entscheidung, erzählt Inhaber Barac Bieri. Swissplast produziert hochwertige Kunststoffteile, von kleinen Komponenten für Heizungskörper bis hin zu grossen Verschalungen und kompletten Nasszellen für Wohnmobile. Die Firma wächst rasant und musste expandieren. Doch in der Schweiz sind Gewerbeflächen rar und zehn bis zwanzig Mal so teuer wie in Thüringen, sagt der Unternehmer Bieri.  Zugleich rückt Swissplast durch die neue Fabrik näher an seine Kunden: Über 90% von ihnen haben ihren Sitz in Deutschland. Neue Kunden im Norden sind von Gotha aus schneller und kostengünstiger zu erreichen als aus der Schweiz. ...
 
Warum die Renten der Alten die Mieten für Junge unerschwinglich machen
Di, 6 Aug 2019 09:00:00 GMT - Schweizer Pensionskassen investieren unter Anlagedruck wie verrückt in Immobilien, weil diese als sicher und rentabel gelten. Das verteuert den Wohnraum. In der Schweiz, Deutschland und Österreich wehren sich verzweifelte Einwohner mit Volksbegehren. Der Boden im Schweizer Mittelland ist knapp. Wohnungen und Häuser sind teuer, vor allem in den Städten. Die junge Generation kann sich ohne Unterstützung der Eltern kaum ein Eigenheim leisten. Auch die Mieten in den Zentren sind für viele unerschwinglich, so dass Ärmere in die Agglomerationen gedrängt werden. Man spricht von Gentrifizierung. Gentrifizierung Seit der Jahrtausendwende gibt es in der Schweiz eine Rückwanderungsbewegung der Mittel- und Oberschicht aus den privilegierten Vororten in die Innenstädte. Dadurch werden ärmere Schichten aus den Stadtvierteln verdrängt, was als Gentrifizierung bezeichnet wird. Als Ursache ausgemacht wird das gesteigerte Interesse an einem urbanen Leben. Der Begriff Gentrifizierung entstand ...
 


Rundschreiben Nr. 4/2019 (11.06.2019)
Chronik - 100 Jahre Schweizer Verein Freiburg
Rundschreiben Nr. 3/2019 (24.04.2019)
Einladungskarte zum Jubiläumsabend am 01. Juni 2019
Rundschreiben Nr. 2/2019 (11.02.2019)
Einladung zur Mehr-Tages-Fahrt nach Flandern (Belgien), Antwerpen, Gent und Brügge
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